Besonderheiten der Holzart Weißtanne

Die Weißtanne (Lat. Abies Alba) ist eine ganz außergewöhnliche Holzart, die in Deutschland bevorzugt im Süden, insbesondere in den Mittelgebirgslagen des Schwarzwaldes wächst.

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Namensgebung und Geschichte

Die Weißtanne (Lat. Abies Alba) ist eine ganz außergewöhnliche Holzart, die in Deutschland bevorzugt im Süden, insbesondere in den Mittelgebirgslagen des Schwarzwaldes, wächst. Der Name Weißtanne weist auf dabei die helle Rinde des Baumes hin.

Die Bäume können bis zu 600 Jahre alt und bis zu 65 m hoch werden und zählen damit zu den größten und ältesten Baumarten Mitteleuropas, deren Holz schon im Mittelalter für den Schiffs- & Holzbau eingesetzt wurde. Später dann, beginnend im 17. bis ins 19. Jahrhundert wurden ganze Baumstämme nach Holland exportiert, wo die Stämme schließlich als Mastbäume für die Schiffe der holländischen Handelsflotte verwendet wurden. Daher wurde die Weißtanne oftmals auch als Holländertanne bezeichnet.

Durch periodisch vorkommende Kahlschläge der heimischen Wälder (z.B. durch im Rahmen der Reparationszahlungen erfolgten Reparationshiebe nach dem 2. Weltkrieg an Frankreich) wurde die Weißtanne in den letzten Jahrhunderten stark in unseren Wäldern dezimiert. Auch wegen der hohen Empfindlichkeit gegen Luftverschmutzung verminderte sich der Bestand der Weißtanne in den Jahren 1960 bis 1990 sehr stark. Auch im Schwarzwald wurde deswegen die schnell wachsende Fichte angepflanzt, die anders als die Tanne auf Kahlflächen gut wächst und weniger empfindlich auf Luftverschmutzung reagiert.

In den letzten Jahren erfreute sich die Weißtanne wieder größerer Beliebtheit, da sie aus Sicht der Forstgemeinschaft vorteilhafte Eigenschaften mit sich bringt – sie erträgt Schatten und ist damit eine gute Mischbaumart in den heimischen Wäldern, sie bildet ein starkes Wurzelwerk aus und ist recht resistent gegen Trockenheit und Stürme. Neben diesen Eigenschaften spielen auch der steigende Bedarf an hellen und astarmen Hölzern sowie die Aufklärungsarbeit des Forum Weißtanne eine große Rolle am Wiedererstarken der Holzart Weißtanne.

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Die Schwarzwälder Weißtanne ist eine ganz besondere Holzart. So wurde z.B. in der Geroldsauer Mühle bei Baden- Baden über 360 Kubikmeter Weißtanne verbaut, was das Hotel- Restaurant zum größten Weißtannengebäude Europas macht.

Verwendung des Holzes

Das Holz der Weißtanne ähnelt stark dem der Fichte; Es ist vergleichsweise weich und leicht und hat eine sehr gute Biege- & Druckfestigkeit. Wegen dieser Eigenschaften – dasselbe bei Fichtenholz – wird dieses Holz gerne von der Holzindustrie verarbeitet.

Anders als bei anderen Nadelholzarten, ist das Holz der Tanne harzfrei und eignet sich daher gut für den Innenausbau. Damit sich der Wert des Holzes steigert, werden die noch jungen Tannenbäume von Förstern bis zu einer Höhe von 10 – 15 m entastet. Sobald die Bäume dann gefällt werden, ist das Holz der Weißtanne außerhalb des entasteten Bereichs dann astfrei und somit noch attraktiver für die Holzindustrie im Allgemeinen und für die Herstellung von Dielenböden, Wandverkleidungen und Möbeln im Besonderen.