Die Douglasie – eine unterschätzte Baumart

Denkt man an Douglasie, kommen automatisch günstige und nicht besonders langlebige Terrassendielen aus dem Baumarkt in den Sinn. Aber steckt noch mehr hinter dieser Baumart als nur die bloße Nutzung für Terrassen?



Douglasienbaum- eine unterschätzte Baumart

Ursprung der Douglasie

 

Drehen wir einmal die Zeit etwas zurück. Nachweislich existierte die Douglasie (lat. Pseudotsuga Menziesii) bereits vor der Eiszeit in Nordamerika und Europa. Als die Eiszeit schließlich unseren Kontinent erreichte, starb die Douglasie weitestgehend aus und überlebte nur im Nordwesten von Nordamerika. Die Bäume dort wuchsen, aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen, besonders gut heran und erreichten Höhen von über 100 Metern und Durchmesser von bis zu 2 m.

 

Im 19. Jahrhundert schließlich entschied sich der schottische Botaniker David Douglas diese Baumart nach Europa mitzubringen und erstmals in den Royal Botanic Gardens auszustellen. Schnell erkannten viele Förster in Europa die außergewöhnlichen Eigenschaften dieses Nadelbaums und begannen damit die Pflanze in Parks, Gärten und Wäldern anzupflanzen.

 

Obwohl bei uns die Dimensionen der amerikanischen Douglasien lange nicht überschritten werden, bildete die schnellwachsende und robuste Douglasie einen guten Ausgleich zu unseren heimischen Holzarten wie Fichte, Tanne oder Kiefer und wurde auch aufgrund Ihrer guten Nutzungsbedingungen immer populärer.


Douglasienbaum1

Vielfältige Nutzung

 

Das schöne, rötliche Holz der Douglasie ist eines der dauerhaftesten aller Nadelholzarten und wird daher für Furnier, Parkett, Massivholzdielen oder Terrassendielen verwendet. Auch für den Schiffsbau, für Schwellen oder Fässer eignet sich die Douglasie sehr gut und kann im Außenbereich als auch im Innenbereich verwendet werden.

 

Hier zeigen sich bereits die Vorteile des Douglasienholzes. Das Holz im Allgemeinen ist fest, witterungsbeständig und arbeitet/schwindet nur wenig. Die härtesten und hochwertigsten Douglasien erkennt man gut an dem großen, rötlichen Kernholzanteil und dem relativ kleinen Splintholzanteil. Speziell für die Verwendung von Massivholzdielen werden daher immer Bäume verwendet, deren Kernholzanteil besonders groß ist. Anders als bei der Herstellung von Terrassendielen.


Douglasie Kernholz - Splintholz

Unterschätzte Baumart

 

Es herrschen generell geteilte Meinungen über das Holz der Douglasie. Wenige wissen um die hervorragenden Eigenschaften des Holzes und viele bekommen meistens nur das Holz in Form von Terrassendielen zu Gesicht. Dies ist schade, denn zur Herstellung von Terrassendielen werden aus Kostengründen hauptsächlich minderwertiges Douglasienholz mit besonders hohen Splintholzanteil und vielen Faustgroßen Ästen gewählt. Da das Splintholz oft gelblich ist, wird mit speziellen chemischen Imprägniermitteln gearbeitet um die Bretter noch rötlicher wirken zu lassen und damit die Festigkeit des Kernholzes zu imitieren.

 

Wie das Resultat aussieht, ist vielen bekannt. Die Terrassendielen werden eingebaut und nach 1- 2 Jahren fängt das Holz an Risse zu bilden, zu splittern, und Spalten zu bilden. Die zumeist losen Astlöcher fallen raus und müssen neu eingeklebt werden. Die meisten Verbraucher kriegen auf diese Art und Weise ein besonders schlechtes Bild der Douglasie und wechseln eher zu exotischen Holzarten für Ihre Terrassen, da diese bessere Eigenschaften aufweisen.


Douglasie Einschnitt

Das Douglasienholz im besseren Licht

 

Hier ist es schwer für den Verbraucher zu entscheiden was gut ist und was nicht und oft hängt es dann am Quadratmeterpreis. Entscheide ich mich für teures aber dennoch vertrauenswürdiges Bangkirei oder doch für teures Douglasienholz, bei dem ich nicht sicher sein kann, ob es wirklich dauerhaft ist und ob die Qualität hält was sie verspricht?

 

Wie bei jeder Holzart, gibt es auch bei der Douglasie Bäume von hoher als auch minderwertiger Qualität. Zur Qualitätseinstufung gelten in der Forstwirtschaft und demnach auch für die Entscheidung des Endverbrauchers folgende Kriterien:

 

  • Wie hoch ist der Kernholzanteil? Je mehr Kernholz desto härter das Holz
  • Wie hoch ist der Astanteil? Je weniger Äste desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit vom rausfallen der Äste
  • Wie ist der Wuchs? Je geradliniger die Maserung desto weniger arbeitet das Holz
  • Wie wurde das Holz im Sägewerk eingeschnitten? Der Einschnitt hat großen Einfluss auf die Haltbarkeit des Endproduktes. Für ein hochwertiges Produkt sollten die Bretter so geschnitten werden, dass die Jahrringe möglichst stehen wenn man die Stirnseite anschaut. Diese Rift/Halbrift- Schnitt sorgen für Dimensionsstabilität, höhere Belastungsstabilität und verhindert eine grobe Schüsselung und Verwindung des Holzes.
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